Samstag, Juli 23, 2005

Mekong Delta, Suedvietnam

Nach 2 Tagen in Ho Chi Minh City (Saigon) verlassen wir die schmutzige, stinkende, stark bevoelkerte Stadt des Essens und der Mopeds, um fuer drei Tage in den gruenen Sueden, ins Mekong-Delta zu fahren. Trotz aller angeborenen Abneigungen gegen Gruppenreisen (Guided Tour) muessen wir uns dennoch fuer eine solche entscheiden, da die Kosten und die Vielfaeltigkeit der Destinationen und Aktivitaeten jenen einer selbstorganisierten Reise weit ueberlegen sind.
Fuer all-inclusive-23 USD (ca. 19 Euro) nimmt uns ein Bus mit in den tropischen Sueden, wo wir drei wunderschoene Tage mit eindrucksvollen Erlebnissen auf Schiffen, Faehren, Ruderbooten, in Doerfern, auf Inseln, in Palmenwaeldern und im Halb-Dschungel verbringen. Drei unvergessliche Tage, die das Mekong-Delta trotz des Reisefuehrers und anderen Gruppenmitgliedern, die aus den verschiedensten Staaten (hauptsaechlich Europas) stammen, zu DEM Erlebnis machen. Niemals werde ich die Freiheit vergessen, die ich verspuerte, als ich auf dem Deck eines Schiffes stand, das uns vier Stunden lang ueber den Mekong brachte hin zur Stadt Chau Doc an der Grenze zu Kambodscha, von starkem Fahrtwind zu brennheisser Sonne begleitet, waehrend weit links und noch weiter rechts die gruenen Dschungelwaelder, Fischerhuetten und Boote an mir vorbeirasten. Die Einsamkeit auf dem Deck des Schiffes, das Ausgeliefertsein gegenueber den Naturkraeften Wasser, Sonne und Wind, die Winzigkeit des Menschen auf dem breiten, weiten Mekong-Fluss waren im Nachhinein betrachtet ausschlaggebend fuer solche Gefuehle.
Nicht alle Aktivitaeten der Tour gefielen mir so gut wie die Beruehrungen mit Wasser oder Palmenwaeldern; der Besuch in den Doerfern gestaltete sich zumeist touristisch gesehen filmreif: die Gruppe (je nach Tag von unterschiedlicher Groesse, ca. 10- 15 Teilnehmer) umstellte alte oder junge Frauen und Maenner, zueckte geschlossen und wagemutig ihre teuren Film- oder Videokameras und zu den Klaengen des erklaerenden Reisefuehrers und des knisternden Feuers, ueber dem Reispapier hergestellt wird, wird eifrig gefilmt, geblitzt, dokumentiert. Ist der Gesang zu Ende, wird die Gruppe zum naechsten Stand gefuehrt: Hier wird "Coconut Candy" professionell von zwei jungen Damen hergestellt. Blitzgewitter und bewundernde Oh-Ah-Laute. Natuerlich werden die Bonbons einzeln in das eben gesehene Reispapier eingewickelt. Uebergangslos geht es zum naechsten Stand. Welch ein Wunder, hier koennen die frisch-zubereiteten "Coconut-Candies", natuerlich im Tausch gegen wertvolle Dollars, erworben werden. Wer hier Profitgier wittert, liegt falsch. Beim Kauf von 5 Packungen gibt es die sechste gratis.

1 Comments:

Blogger al-iksir said...

7,5 Wochen waeren es, mein lieber fermat-sim! :) Ich habe dir kein Candy mitgenommen, da ich auf den Zustand deiner Zaehne Ruecksicht nehmen wollte (Die Dinger besetzen nach Kontakt mit Fluessigkeit = Speichel sofort alle Furchen und Falten saemtlicher Zahnlandschaft und lassen sich erst nach Stunden muehsamer Bearbeitung durch die Zunge einigermassen zufriedenstellend entfernen)./

17:58  

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