Freitag, September 23, 2005

Auf nach Norden - Nha Trang

Ein enger, unruhiger, ruckelnder Nachtbus vollgestopft mit Geschnatter hat uns von Saigon zu unserer nächsten Destination, Nha Trang, gebracht, ein paar hunderttausend Einwohner groß. Es ist 6:00 morgens, dennoch brennt die Hitze ungebremst auf das blaue Meer, den verlassenen Sandstrand und natürlich auf uns nieder. Auf dem schweißtreibenden Weg zu den Po Nagar Cham-Tempeln 2 km nördlich der Stadt bewundern wir einen malerischen Fischerhafen; unzählige, satt-blaue Fischkutter schmiegen sich hier an die sanften Wellen. Von den einst 7 oder 8 Tempeln aus dem 7. bis 12. Jahrhundert sind heute noch 4 betretbare Gebäude und einige undefinierbare Steinhaufen übriggeblieben. Spektakulär. Es war nur einfach viel zu heiß, um jeden einzelnen Ziegel zu bewundern, daher ging es recht bald wieder zurück in den Stadtkern.

Nie hätte ich gedacht, dass ich in einem Städtchen in Vietnam über die Spuren von Alexandre Yersin, dem Entdecker und Namensgeber des Erregers Yersinia pestis stolpern würde (eine Straße ist nach ihm benannt und das auf seinen Lehrer Louis Pasteur getaufte Institut steht heute noch). Als große Verehrerin habe ich natürlich Blumen auf sein Grab legen lassen. ;)

Eindrucksvoll war die Häufung der Geschäfte, die Mopeds verkaufen, neben der Häufung von Geschäften, die Moped-Bestand- bzw. Ersatzteile feilbieten. Ein eindeutiger Schwerpunkt in dieser Stadt, abgesehen vom Tourismus.

Durch Zufall entdeckten wir ein aktives Kloster samt eines riesigen, weißen Buddhas, der auf einer Lotusblüte saß. Wir konnten sogar einer buddhistischen Messe in aller Ruhe beiwohnen und einzelne Teile des heiligen Ortes besuchen, ehe ein Sturm aufkam und uns den ersten Sturzregen, den ersten himmlischen Wasserfall Vietnams bescherte. Sobald man akzeptiert hat, dass man einem in der Regenzeit geborenen Regen nicht trocken entkommen kann, ist es völlig Ordnung, dass Straßen nicht mehr überquert, sondern über-knöcheltief durchwatet werden. Sieht man Autos und Mopeds schließlich an sich vorbeischwimmen, bekommt das Phänomen "Aquaplaning" auch eine ganz andere Bedeutung.