Donnerstag, Februar 23, 2006

Ominöser Nebel

In entfernter Anlehnung an diesen Eintrag:


Wirklich hauptsächlich ungeteerte Straßen und mitten, mitten drinnen im Sumpf.

(Musikalische Untermalung: In erster Linie geht es um die 3. Strophe, inhaltlich gesehen, dann aber auch nur teilweise. Schwierig?)

Aus meiner Textanalyse-Mitschrift (8 Minuten Redezeit!):

Tragödie: Kennzeichen: 1) Ausweglosigkeit des tragischen Geschehens, vgl. pyramidenförmiger Aufbau des Dramas, Untergang des Helden (Tod, Tod der Kinder, kein Sinn des Lebens mehr); 2) Tragisches Bewusstsein, aber nicht immer: Woyzeck; 3) Thema der Schuld: Hybris => Anmaßung (Wallenstein: Überstiegenheit bringt ihn zu Fall; Maria Stuart - Gattenmord); manchmal aber fragwürdig: Romeo und Julia: Liebe = "schuld"? => sehr variierte Schuld (bzw. verkleidet); 4) Ständeklausel: Tragödie behandelt hohe Stände (nur wer hoch steht, kann tief fallen); hohe Stellung des Helden erschüttert mehr; "tua res agitur": Tragödie auf Leben der Zuseher projizieren, als anderer Mensch aus Theater hinausgehen, Katharsis (Reinigungsprozess) durch Phobos und Eleos => Lessing: Furcht und Mitleid (entspricht dem Denken der Aufklärung); 5) Im Theaterbesucher wird etwas umgewandelt, Tugend induzieren. Schadewaldt: Schauder und Jammer (nach dem 2. WK) => Schocktherapie, vgl. Hamlet: am Ende alle umgebracht außer Souffleur.

Komödie: Kennzeichen: 1) Moment des Lachens; ist ein kollektives Ereignis, man lacht idR nicht alleine, sondern in Gesellschaft; Kunstgattung ist durch Gruppendynamik geprägt; Fehler eines Charakters verlachen, auslachen. Molière "Der eingebildete Kranke", Nestroy "Der Zerrissene" => schon im Titel ersichtlich; 2) Situationskomik: Liebhaber im Kleiderschrank, Mann als Frau verkleidet, Stummfilme; 3) Sprachkomik: Dia-, Soziolekt der Figuren; anderes Prinzip als Tragödie, denn man kann nicht 3 Stunden lang lachen, sondern lustige Momente werden nach dem Additionsprinzip vermittelt.


Links: Livingstone erinnert mich immer zuallererst an Delicatessen. Rechts: Uhuru Peak - Ewiger Traum oder nahe Zukunft?









Quellenangaben: