Begegnungen
Menschen gehen weg, kommen wieder - und sind plötzlich ganz anders. Viele meiner Unifreunde von der Sinologie haben nach meinem ersten Jahr zwecks Weiterbildung einen Auslandsaufenthalt in China gemacht, mindestens 12 Monate, wenn nicht länger. Heute bin ich einigen bekannten Menschen, die ich seit anderthalb Jahren nicht mehr gesehen habe, auf dem Institut begegnet. Es ist ein seltsames Gefühl, ihnen in ihre Gesichter zu schauen und zu erkennen, wie sehr sie sich verändert haben. Manchmal scheint die Veränderung nur äußerlich zu sein, ungewohnte Kleidungsstile, mehr oder weniger Behaarung, freakige Haarfarben, oder es ändern sich auch häufig - wie ich heute mit etwas Erstaunen feststellen konnte - Körperumfänge, vor allem bei Mädchen. Anscheinend sind nicht wenige dem chinesischen Essen verfallen. Doch abgesehen von dererlei Oberflächlichkeiten staune ich immer wieder, wie sich meine Unifreunde innerlich verändert haben. Die meisten sind nicht nur kulturell vielseitig interessiert, sondern auch ausgesprochen reiselustig, sodass ein Chinaaufenthalt nicht bedeutet, 1 Jahr lang an einer Universität kleben zu bleiben und keinen Schritt vom Campus weg zu machen. Mir scheint fast, als würden mir ihre konzentrierte Abenteuerlust, die gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse aus den Augen entgegenspringen, ihre Wissbegierde wirkt unstillbar und ihre enthusiastische Erzählfreudigkeit und ihr immenses Mitteilungsbedürfnis unaufhaltsam.
Eine zweite Begegnung an diesem Tag frischte mein Gedächtnis der längst vergessenen Personen und der für vergangen gehaltenen Einstellungen auf. Am Sinologie begegnete mir nämlich ein alter Bekannter, in einem neuen, hellbraunen Trenchcoat-artigen Mantel mit einem richtigen Hut (keine Mütze, keine Haube) auf dem Kopf, sodass die Gestalt an die guten und bösen Helden der schwarzweißen Kriminalfilme Hollywoods erinnerte. Selbstbewusst und gutaussehend wie seit eh und je - ich vermute, einige meiner LeserInnen wissen bereits, um wen es sich handelt, haben manche ihn ja persönlich getroffen, anderen habe ich ausführlichst von einigen peinlichen Begebenheiten mit ihm erzählt - grüßte er mich beschwingt zuerst mündlich und dann mit dem obligatorischen Bussi-Bussi, auf welches ich nicht gefasst war, da seit dem letzten Treffen etwa 9 Monate vergangen sind und jenes Berühren der Wangen auf der Sinologie unter Nicht-WU-StudentInnen, zu welchen ich mich zähle, eher unüblich ist. Ja, genau, er ist es, der "perfekte Schwiegersohn" (Achtung, Ironie!). Willkommen zurück in meine Welt.
Eine zweite Begegnung an diesem Tag frischte mein Gedächtnis der längst vergessenen Personen und der für vergangen gehaltenen Einstellungen auf. Am Sinologie begegnete mir nämlich ein alter Bekannter, in einem neuen, hellbraunen Trenchcoat-artigen Mantel mit einem richtigen Hut (keine Mütze, keine Haube) auf dem Kopf, sodass die Gestalt an die guten und bösen Helden der schwarzweißen Kriminalfilme Hollywoods erinnerte. Selbstbewusst und gutaussehend wie seit eh und je - ich vermute, einige meiner LeserInnen wissen bereits, um wen es sich handelt, haben manche ihn ja persönlich getroffen, anderen habe ich ausführlichst von einigen peinlichen Begebenheiten mit ihm erzählt - grüßte er mich beschwingt zuerst mündlich und dann mit dem obligatorischen Bussi-Bussi, auf welches ich nicht gefasst war, da seit dem letzten Treffen etwa 9 Monate vergangen sind und jenes Berühren der Wangen auf der Sinologie unter Nicht-WU-StudentInnen, zu welchen ich mich zähle, eher unüblich ist. Ja, genau, er ist es, der "perfekte Schwiegersohn" (Achtung, Ironie!). Willkommen zurück in meine Welt.
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