πάντα ῥεῖ
Ich möchte ein Versprechen einlösen, sowie bereits kürzlich.
Vor einiger Zeit unterlief mir der kleine Fehler, meine Ansichten zu Kosenamen in leicht übertriebener Form zu Blatte zu bringen. Wie viele habe ich verschreckt? Wer, entsetzt von meiner unromantischen Einstellung, wurde von mir in die Flucht geschlagen? Es gab aber auch Anregungen, den Text auf einem Forum zu veröffentlichen und die Reaktionen abzuwarten. Warum nicht, andererseits finde ich keinen besonderen Gefallen daran, als kaltherziger Eisblock angeprangert zu werden. Ist meiner Erfahrung nach nicht unbedingt noch ein Erlebnis wert.
Aber auch wenn ich Gefahr laufe, ein paar Stammleser oder Neuankömmlinge von meiner grausamen Seite zurück in ihre romantische Welt zu vertreiben - meine Meinung hat sich seit damals nicht verändert und ein Versprechen muss gehalten werden.
Ich setze also an, die Problematik meiner zwiespältigen Haltung gegenüber dem "aktuellen Partner" zu diskutieren.
Oberflächlich betrachtet bin ich positiv überrascht und begeistert von so viel Realitätssinn: Die Verwendung von "mein aktueller Freund" oder in einer Variation "meine Derzeitige" schreit ja beinahe nach einer heraklit'schen Weltanschauung von Seiten der/s Sprechenden, welche Platon mit "Panta Rhei" sehr prägnant und anschaulich zusammengefasst hat: Alles fließt, wir befinden uns in stetem Wandel, was heute ist, könnte morgen schon nicht mehr sein. Doch wenn eine "sie" ihrem "Derzeitigen" solcherlei Nachrichten zukommen lässt
Man könnte sich aufgrund dieses scheinbaren Interessenkonflikts fragen, wie die Hintergründe für ein solches Verhalten beschaffen sind. Ich neige zu folgender Interpretation:
Ein großer Teil der Menschen ist auf jenem berühmt-berüchtigten Gebiet der interhumanen Wechselwirkungen neugierig. Eine einfache Möglichkeit der Erfüllung der Neugier findet sich im Ausschöpfen der Vielfalt des Angebots. Warum immer dieselbe Partnerin, wenn man doch imstande ist, monatlich zu tauschen und somit ein bisschen Abwechslung ins Lebens zu bringen, Erfahrung zu sammeln für die in fernerer Zukunft liegende, vielleicht endgültige Wahl? Es ist demnach nicht verwunderlich, dass das Gerücht kursiert, eine erste Beziehung eines Menschen sei zumeist nicht von Dauer: Freiheitsdrang, Reiz des Fremden, Neugier an den unzähligen anderen Möglichkeiten, sich zu lieben, machen einen fetten Strich durch die Rechnung. Es gäbe ja noch so viel auszuprobieren, man wolle sich noch nicht so früh festlegen, heißt es in einer Entschuldigung oft. Grausamerweise könnte ich auch einigen unterstellen, dass sie immer wieder versucht wären, ihren Marktwert auszutesten.
Zur Veranschaulichung ausnahmsweise ein kleiner Exkurs zu einem persönlichen Beispiel. Ein Bekannter versuchte mir einmal Trost mit folgenden Worten zu spenden:
Doch wenn sich erst einmal ein temporäres Opfer gefunden hat, dann herrscht unvermeidlich Hollywood-Mentalität vor: Man wünscht sich natürlicherweise Perfektion in der Beziehung, hofft auf die Verwirklichung von Träumen und romantischen Vorstellungen, wie sie uns in Filmen vermittelt werden. Jeder möchte zumindest ein Stück vom Kuchen: War es nicht "Liebe auf den ersten Blick" oder fehlen die Beweise für "wir sind schon von Anfang an für einander bestimmt" so greift man gerne auf das immergrüne "ich werde dich lieben, solange ich lebe" zurück, um ein kleines bisschen Ideal in seine Beziehung zu importieren. Außerdem tut es beiden Herzen gut, einer irrationalen Hoffnung nachzuhängen, solange man nur an das Hier und Jetzt denkt.
Daher mein Rat: Live for the moment.
Vor einiger Zeit unterlief mir der kleine Fehler, meine Ansichten zu Kosenamen in leicht übertriebener Form zu Blatte zu bringen. Wie viele habe ich verschreckt? Wer, entsetzt von meiner unromantischen Einstellung, wurde von mir in die Flucht geschlagen? Es gab aber auch Anregungen, den Text auf einem Forum zu veröffentlichen und die Reaktionen abzuwarten. Warum nicht, andererseits finde ich keinen besonderen Gefallen daran, als kaltherziger Eisblock angeprangert zu werden. Ist meiner Erfahrung nach nicht unbedingt noch ein Erlebnis wert.
Aber auch wenn ich Gefahr laufe, ein paar Stammleser oder Neuankömmlinge von meiner grausamen Seite zurück in ihre romantische Welt zu vertreiben - meine Meinung hat sich seit damals nicht verändert und ein Versprechen muss gehalten werden.
Ich setze also an, die Problematik meiner zwiespältigen Haltung gegenüber dem "aktuellen Partner" zu diskutieren.
Oberflächlich betrachtet bin ich positiv überrascht und begeistert von so viel Realitätssinn: Die Verwendung von "mein aktueller Freund" oder in einer Variation "meine Derzeitige" schreit ja beinahe nach einer heraklit'schen Weltanschauung von Seiten der/s Sprechenden, welche Platon mit "Panta Rhei" sehr prägnant und anschaulich zusammengefasst hat: Alles fließt, wir befinden uns in stetem Wandel, was heute ist, könnte morgen schon nicht mehr sein. Doch wenn eine "sie" ihrem "Derzeitigen" solcherlei Nachrichten zukommen lässt
Ich liebe dich über alles und jeden auf der ganzen Welt, aus tiefstem Herzen, für immer und ewig, darfst du nie vergessen....dann tendiere ich dazu, hier die Entwicklung eines kleinen Widerspruches diagnostizieren zu wollen. Einerseits impliziert die Sprecherin nämlich, dass sie lediglich temporär von den Vorzügen ihres Partners (welcher Natur sie auch immer sind, jeder denke sich hier seinen Teil) Gebrauch machen möchte, indem sie einem attraktiven Gegenüber mit "mein aktueller Partner" signalisieren kann, dass sie nur vom momentanen Beziehungsstatus spricht und er selbst daher gute Chancen darauf hat, die Position des "bald-aktuellen Partners" zu besetzen, andererseits verspricht sie Dinge, deren Wahrheitsgehalt in naher Umgebung zu Null sein Dasein fristet. Denn Aussagen, die sich in zeitlich infiniten Dimensionen bewegen, haben keinen Realitätswert; verdaulicher ausgedrückt: nichts ist für immer und ewig.
Man könnte sich aufgrund dieses scheinbaren Interessenkonflikts fragen, wie die Hintergründe für ein solches Verhalten beschaffen sind. Ich neige zu folgender Interpretation:
Ein großer Teil der Menschen ist auf jenem berühmt-berüchtigten Gebiet der interhumanen Wechselwirkungen neugierig. Eine einfache Möglichkeit der Erfüllung der Neugier findet sich im Ausschöpfen der Vielfalt des Angebots. Warum immer dieselbe Partnerin, wenn man doch imstande ist, monatlich zu tauschen und somit ein bisschen Abwechslung ins Lebens zu bringen, Erfahrung zu sammeln für die in fernerer Zukunft liegende, vielleicht endgültige Wahl? Es ist demnach nicht verwunderlich, dass das Gerücht kursiert, eine erste Beziehung eines Menschen sei zumeist nicht von Dauer: Freiheitsdrang, Reiz des Fremden, Neugier an den unzähligen anderen Möglichkeiten, sich zu lieben, machen einen fetten Strich durch die Rechnung. Es gäbe ja noch so viel auszuprobieren, man wolle sich noch nicht so früh festlegen, heißt es in einer Entschuldigung oft. Grausamerweise könnte ich auch einigen unterstellen, dass sie immer wieder versucht wären, ihren Marktwert auszutesten.
Zur Veranschaulichung ausnahmsweise ein kleiner Exkurs zu einem persönlichen Beispiel. Ein Bekannter versuchte mir einmal Trost mit folgenden Worten zu spenden:
Kein Wunder, dass er nicht will. Niemand, der sich eine dauerhafte Beziehung und langfristig eine Familie wünscht, würde mit jemandem zusammengehen, der noch nie in so etwas involviert war. Du bist noch zu jung und unerfahren. Er weiß, dass du ihm nicht lange treu bleiben wirst. Die ersten paar Beziehungen gehen immer schief, aber das macht nichts. Erst nach ein paar Jahren Ausprobieren, Experimentieren findet man seine Vorlieben, hat man aus Fehlern gelernt und die Erfahrungen gesammelt, die es braucht, um etwas Beständigeres aufrechtzuerhalten.Danke, das gibt mir Hoffnung.
Doch wenn sich erst einmal ein temporäres Opfer gefunden hat, dann herrscht unvermeidlich Hollywood-Mentalität vor: Man wünscht sich natürlicherweise Perfektion in der Beziehung, hofft auf die Verwirklichung von Träumen und romantischen Vorstellungen, wie sie uns in Filmen vermittelt werden. Jeder möchte zumindest ein Stück vom Kuchen: War es nicht "Liebe auf den ersten Blick" oder fehlen die Beweise für "wir sind schon von Anfang an für einander bestimmt" so greift man gerne auf das immergrüne "ich werde dich lieben, solange ich lebe" zurück, um ein kleines bisschen Ideal in seine Beziehung zu importieren. Außerdem tut es beiden Herzen gut, einer irrationalen Hoffnung nachzuhängen, solange man nur an das Hier und Jetzt denkt.
Daher mein Rat: Live for the moment.
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