Samstag, Juni 10, 2006

Thankfully

Anfangs war es ein scheinbar unstillbares, nach Informationen jeglicher Art dürstendes Verlangen, das mich tagtäglich hintrieb. Später verwandelte sich jener irreale Wunsch, sich anhand der kargen Informationen vorstellen zu können, wie "es" in einem der ärmsten Länder der Welt, in Tansania, "ist", in eine distanziertere, jedoch von unverminderter Neugier geprägte Haltung gegenüber einem gewissen Blog, den ich weiterhin aufzusuchen nicht vernachlässigte. Nun, nach Monaten des interessierten und eifrigen Lesens möchte ich ihm, da das Ende naht, schlussendlich Dank aussprechen; oder vielmehr der Person, die dahinter steht und ihn immer wieder mit detaillierten Einträgen zu ihrem Leben und Erleben in Tansania bestückt. Bei ihr fand ich vieles, was ich suchte; sie war es, die mir allerlei Wünsche erfüllen und durch ihre Einträge demonstrieren konnte, wie es sein muss, als eine der wenigen Weißen in einem afrikanischen Staat zu leben, was es bedeutet, auf die Annehmlichkeiten der ersten Welt, Europas, verzichten zu müssen, sich an eine völlig fremde Umgebung mit anderen Lebensgewohnheiten und Bedingungen adaptieren zu müssen, mit ungewohnten Problemen, seien sie interkultureller oder entomologischer Natur, kämpfen zu müssen - und sich bisweilen so sehr für daran gewöhnt zu halten, sich an einem Leben unter völlig anderen Umständen so zu erfreuen, dass man eigentlich nicht mehr so richtig zurück möchte oder zumindest nicht ungetrübter Freude heimkehren wird, weil man sich sowohl "hier" als auch "dort" eingelebt hat und zuhause fühlt. Die Begeisterung, die andere Blog-Leser bezüglich des Schreibstils und der Ausdrucksweise empfanden, konnte ich nur selten teilen - vielmehr waren Mitteilungsbedürfnis und Erzählfreudigkeit, die Masse an Informationen, unzählige kleine, aber doch wichtige Details, die diese Person aus ihrem Leben präsentierte, Grund dafür, meine allnächtlichen virtuellen Schritte immer wieder zu jenem Blog zu lenken. Thank you, Cat.