Der dritte Kontinent
Was geschieht, wenn man das erste Mal einen neuen Kontinent betritt? Donnergrollen, Funken beim ersten Kontakt mit dem Boden, Löwengebrüll, Buschtrommeln? Wenn, dann erwartet man etwas von dieser Sorte, allerdings deuten die Erfahrungen von letztem Sommer an: es passiert eher gar nichts. Wie ist es nun heuer gewesen? Erst einmal sinkt das Flugzeug ab, als wir uns der tansanischen Küste nähern. Die Wolkendecke wird hinter und über uns gelassen, erste Farbtöne tauchen auf. Grün leuchtende Inseln scheinen im tiefblauen indischen Ozean zu treiben, umschlungen von türkis-weiß-sandigen Farbverläufen. Gleich, gleich, gleich bin ich dort, zittert eine Stimme in mir, gleich tritt das ein, worauf ich seit Monaten gewartet habe. Bitte nicht abstürzen. Die Häuserumrisse werden langsam sichtbar und in ihrer Umgebung entdeckt ich erstaunt viele hellblaue Vierecke. Wieso nur besitzen so viele Grundstücke einen ausgewachsenen Swimming-Pool? Msasani Peninsula, antwortet mein Sitznachbar. Residential district, the wealthy ones live there. Dann eine Wiese, nach europäischen Maßstäben vermutlich eher ein Feld. Ein weites Feld. Mit Landebahn. Singular.
Nach der erfolgreichen Landung ist keine Zeit für Gedanken: Gepäck zusammensuchen, aus dem Flugzeug raus der Masse nachrennen. Hinaus aus dem Tunnel, ein paar Meter geradeaus, dann eine Stiege hinunter - kein Vergleich zu den mehreren hundert Metern und 6 Etagen Spazierweg in Dubai zwischen Terminal und Passkontrolle. Hier, wieder am Flughafen in Dar es Salaam: buntgemischte Warteschlangen aus Menschen in allen Schattierungen zwischen weiß und schwarz: Schweizer, Deutsche, Amerikaner, Inder, Engländer, Philippinen. Irgendjemand drückt mir eine blaue Immigration-Card zum Ausfüllen in die Hand, ich schnappe mir ein Visa-Beantragungsformular und stelle mich schon mal an, während einige Optimisten sich abseits der Schlange an Tische setzen, um erst mit die Formulare zu vervollständigen. Die Erledigung der Formalitäten folgt keinem offensichtlichen Schema, alle Menschen mit leichtem Hang zum Denken in Mustern sollten sich schnell von ihren Prinzipien verabschieden. Die Pässe, Anträge und Gebühren werden zwar fein säuberlich der Reihe nach von einem Immigration Officer eingesammelt und verschwinden dann hinter Schaltern, doch alles, was daraufhin folgt, ist einiges von "System" entfernt: Einmal bekommt ein Mann 10 Positionen vor mir in der Schlange seinen Pass mit Visum zurück, dann jedoch die Reisegruppe hinter mir, als nächstes wieder zwei Mann vor mir. Strange. Aber irgendwann klappt es dann doch, freudestrahlend spaziere ich mit meinem 60-Tage-Visum durch die Passkontrolle und überglücklich, mein Großgepäck auf dem Haufen hinter den Schranken aufzufinden, schleppe ich es hinaus auf den Platz vor dem Flughafengebäude. Der erste Atemzug afrikanischer Luft und die Erkenntnis "da steht und wartet jemand, den ich kenne" treffen sich in derselben Sekunde.
Nach der erfolgreichen Landung ist keine Zeit für Gedanken: Gepäck zusammensuchen, aus dem Flugzeug raus der Masse nachrennen. Hinaus aus dem Tunnel, ein paar Meter geradeaus, dann eine Stiege hinunter - kein Vergleich zu den mehreren hundert Metern und 6 Etagen Spazierweg in Dubai zwischen Terminal und Passkontrolle. Hier, wieder am Flughafen in Dar es Salaam: buntgemischte Warteschlangen aus Menschen in allen Schattierungen zwischen weiß und schwarz: Schweizer, Deutsche, Amerikaner, Inder, Engländer, Philippinen. Irgendjemand drückt mir eine blaue Immigration-Card zum Ausfüllen in die Hand, ich schnappe mir ein Visa-Beantragungsformular und stelle mich schon mal an, während einige Optimisten sich abseits der Schlange an Tische setzen, um erst mit die Formulare zu vervollständigen. Die Erledigung der Formalitäten folgt keinem offensichtlichen Schema, alle Menschen mit leichtem Hang zum Denken in Mustern sollten sich schnell von ihren Prinzipien verabschieden. Die Pässe, Anträge und Gebühren werden zwar fein säuberlich der Reihe nach von einem Immigration Officer eingesammelt und verschwinden dann hinter Schaltern, doch alles, was daraufhin folgt, ist einiges von "System" entfernt: Einmal bekommt ein Mann 10 Positionen vor mir in der Schlange seinen Pass mit Visum zurück, dann jedoch die Reisegruppe hinter mir, als nächstes wieder zwei Mann vor mir. Strange. Aber irgendwann klappt es dann doch, freudestrahlend spaziere ich mit meinem 60-Tage-Visum durch die Passkontrolle und überglücklich, mein Großgepäck auf dem Haufen hinter den Schranken aufzufinden, schleppe ich es hinaus auf den Platz vor dem Flughafengebäude. Der erste Atemzug afrikanischer Luft und die Erkenntnis "da steht und wartet jemand, den ich kenne" treffen sich in derselben Sekunde.
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