Labor Numero II
Gleich am ersten Tag habe ich es mir mit der Diplomandin im Labor verscherzt. Und das kam so: Lab-Leader kommt von einer Prüfung zurück ins Lab und stellt sich vor eben jene Diplomandin, er sichtlich leicht frustriert, fragt: "Welche Aminosäuren haben einen sauren Rest?"- "Asparaginsäure... äh... noch eine?" - "Ok, welche haben einen basischen Rest?" - "Hm... Lysin?" - "Da fehlen aber noch ein paar." Längeres Schweigen, dann wird sich verteidigt: "Weiß ich nicht. Wieso soll ich das wissen?" Lab-Leader dreht sich um, sucht anscheinend sein nächste Opfer, Blick fällt auf mich. Augenbrauen verkrümmen sich in fragender Weise.
Ich wusste, was ich tun sollte. Falsch. Ich wusste, was ich hätte tun sollen: Solidarität mit meiner Kollegin wäre angesagt gewesen. Ich hätte ahnungslos mit den Schultern zucken und schweigen sollen, das Leid der von Professoren gequälten Molekularbiologie-Studenten gemeinsam tragend. Ich wollte eigentlich auch. Aber irgendwie ist das gleichzeitig ebenfalls etwas peinlich - immerhin geht es nicht um irgendwelche kryptischen Verbindungen, von denen man vielleicht erst ein- oder zweimal im Studium gehört hat, sondern um Substanzen von besonderer biochemischer Relevanz. Tja, Pech. Die Frage ist nur, für wen.
Zur Krönung des Ganzes reagiert Mr. Lab-Leader nämlich auf meine Antwort scherzhaft mit: "Hey, willst du nicht Diss hier machen?", was mich für den Rest des ersten Tages jeglichen Blickkontakt mit der Diplomandin kostet.
Und sonst? Nicht viel Neues, so viel steht am Ende des Tages 1 bereits fest, obwohl gleich zu Beginn meine Multitaskingfähigkeit hart auf die Probe gestellt wird: meine erste verantwortungsvolle Aufgabe ist es nämlich, gleichzeitig sowohl meiner Betreuerin beim Ansetzen eines Restriktionsverdaus zuzusehen als auch mittels Hin- und Herrollen zwischen meinen Handflächen ein Eppi mit gefrorener BSA-Lösung aufzuwärmen. Im Laufe der nächsten Stunden sollten meine Verpflichtungen jedoch bedeutend an Anspruch gewinnen: Protokolle kopieren und Puffer herstellen. Schließlich wird mir sogar gestattet, unter Aufsicht mein erstes Gel zu gießen. Die meiste Zeit bin ich jedoch damit beschäftigt, im Stehen nicht wegzunicken, da "Klonieren" zwar spannend klingt (besonders, wenn man es mit "Klonen" verwechselt), aber nicht viel mehr beinhaltet als ein paar Hin- und Herpipettierereien (schönes Wort).
Ich wusste, was ich tun sollte. Falsch. Ich wusste, was ich hätte tun sollen: Solidarität mit meiner Kollegin wäre angesagt gewesen. Ich hätte ahnungslos mit den Schultern zucken und schweigen sollen, das Leid der von Professoren gequälten Molekularbiologie-Studenten gemeinsam tragend. Ich wollte eigentlich auch. Aber irgendwie ist das gleichzeitig ebenfalls etwas peinlich - immerhin geht es nicht um irgendwelche kryptischen Verbindungen, von denen man vielleicht erst ein- oder zweimal im Studium gehört hat, sondern um Substanzen von besonderer biochemischer Relevanz. Tja, Pech. Die Frage ist nur, für wen.
Zur Krönung des Ganzes reagiert Mr. Lab-Leader nämlich auf meine Antwort scherzhaft mit: "Hey, willst du nicht Diss hier machen?", was mich für den Rest des ersten Tages jeglichen Blickkontakt mit der Diplomandin kostet.
Und sonst? Nicht viel Neues, so viel steht am Ende des Tages 1 bereits fest, obwohl gleich zu Beginn meine Multitaskingfähigkeit hart auf die Probe gestellt wird: meine erste verantwortungsvolle Aufgabe ist es nämlich, gleichzeitig sowohl meiner Betreuerin beim Ansetzen eines Restriktionsverdaus zuzusehen als auch mittels Hin- und Herrollen zwischen meinen Handflächen ein Eppi mit gefrorener BSA-Lösung aufzuwärmen. Im Laufe der nächsten Stunden sollten meine Verpflichtungen jedoch bedeutend an Anspruch gewinnen: Protokolle kopieren und Puffer herstellen. Schließlich wird mir sogar gestattet, unter Aufsicht mein erstes Gel zu gießen. Die meiste Zeit bin ich jedoch damit beschäftigt, im Stehen nicht wegzunicken, da "Klonieren" zwar spannend klingt (besonders, wenn man es mit "Klonen" verwechselt), aber nicht viel mehr beinhaltet als ein paar Hin- und Herpipettierereien (schönes Wort).
0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home